Yachtcharter – nur noch neue Schiffe buchen?
Der Trend beim Charter einer Segelyacht geht immer mehr dahin, dass die Yacht möglichst neu sein soll. Woher kommt das? Sind es schlechte Erfahrungen mit Yachten die schon einige Jahre im Charterbetrieb sind?
Der Zustand einer Segelyacht ist von mehreren Faktoren abhängig. Das Alter der Yacht spielt zwar mit eine entscheidende Rolle, weitaus wichtiger ist jedoch die Wartung und Pflege, die ein Schiff im Laufe der Segelsaison erfährt, und - wie gründlich die Wartungs- und Reparaturarbeiten über Winter durchgeführt werden. Diese Unterschiede bei Wartung und Pflege sind jedoch nicht immer auf den ersten Blick sichtbar und stellen sich erst im Verlauf einer Törns heraus. Und dann ist oft die Urlaubsfreude getrübt.
Schon bei der Schiffsübernahme können Hinweise auf die Gründlichkeit des Service einer Charterbasis ersichtlich werden, hier einige Beispiele:
Die Motorbilge – ist diese trocken oder finden sich Ölrückstände oder Wasser darin? Die Bilge – ist sie trocken oder steht Wasser darin? Wasser ist nicht schlimm (in geringer Menge versteht sich!), aber wenn es brackig ist dann kann dies zu unangenehmem Geruch im Schiff führen. Die Toiletten – ist ein Fäkalientank eingebaut, dann ist darauf zu achten, dass Abwasser nicht in die Toilette zufließen kann. Wenn bei der Schiffsübernahme Wasser in der Toilette steht deutet dies darauf hin, dass die Membran der Pumpe nicht mehr dicht ist. Dann ist damit zu rechnen, dass in der Törnwoche immer wieder Wasser aus dem Abwasserschlauch zurück in die Toilette fließt. Das ist äußerst unangenehm! Diese Liste kann hier beliebig erweitert werden.
Die Schiffsübernahme zu Törnbeginn erfolgt üblicherweise anhand der „Eincheckliste“ des Vercharterers. Eine eigene Liste hilft zusätzlich vor unangenehmen Überraschungen. Doch nicht nur Vercharterer und Servicecrew der Basis sind verantwortlich für den Zustand einer Yacht. Einen wesentlichen Beitrag dazu können und müssen auch die Skipper leisten. Werden bei Törnende kleine Mängel oder Beschädigungen, die nicht offensichtlich sind, der Basis nicht gemeldet, so können diese auch nicht beseitigt werden – und die nächste Chartercrew hat den Eindruck, das Schiff sei schlecht gewartet. So können Skipper und Vercharterer gemeinsam dazu beitragen, dass die Schiffe in einem guten Pflegezustand erhalten werden.

